So. Ich hatte Hunger. Und du warst halt da. Zwei Pullen Wein und dann geht das schon. Eine laue Sommernacht. Rumlungern am Hafen, geil. Danke, das der gemeinsame Freund uns neulich vorgestellt hat! Lustig bist du. So macht das Leben Spaß. Mit grünem Veltliner und Elbblick. Ja, ok, wir gehen zu dir, passt schon. (diesen Teil muss ich jetzt auslassen, sonst…aber ihr wisst ja schon Bescheid). Frühstück. Na sicher gibst du das aus, soweit kommts noch. Danke. Tschüss, bis bald!
Dieses bald kam dann auch ganz bald. Also nüchtern siehst du wirklich nicht so gut aus. Oder bist einfach nicht mein Fall. Such dir was aus. Drei Wochen sind vergangen seit dem letzten Treffen. Die neue Initiative ging nicht von mir aus. Ich hab grad genug zu tun und keine Lust auf Beziehungsscheiss. “Ja, nee, heute wird schwierig, ich hab nen langen Tag vor mir, du kannst mich von der Arbeit abholen. So gegen 2 Uhr, dann können wir vielleicht noch was machen.” Er kommt also dann um Punkt 2 Uhr. Ist angetrunken. Ich bin nur genervt. Es war ein schlimmer Abend. Ich geb was zu trinken aus, das hilft ja immer. Ich mache Feierabend und will einfach nur mal in Ruhe eine rauchen. Typ fängt sofort an mich anzugrabbeln. Oha, Hilfe. Daher dieses Press-Date. Nee, so läuft das nicht, sorry, bisschen quatschen müssen wir schon vorher. Ich glaube ich sehe Enttäuschung in seinem Gesicht.
Also, ab in den Club da unten. Der Typ lässt die Finger nicht von mir. Hilfe! Knutschiknutsch, und selbst das ist nicht gut. Und ich kann nicht mal richtig tanzen weil er ständig an mir rumfummelt. Mehr trinken hilft auch nicht. So geht das alles nicht.
Ja, du, ich muss dann mal nach Hause, ne, weil ich echt total müde bin. Was ich damit eigentlich sage ist folgendes: Ich will wirklich noch ein bisschen tanzen und lachen und den Feierabend geniessen, aber du rückst mir so derbe auf die Pelle und willst anscheinend auch nicht nach Hause gehen, dass das jetzt mein letztes Mittel ist dich abzuschütteln.
Oh, echt? Na dann komm ich mit.
Nein.
Ja.
Tschüss.
Puh.
Endlich allein.
Nicht gefickt.
Videogames - Lana del Rey
nochmal.
nochmal.
und nochmal.
Es ist spaet, es ist unter der Woche und ich habe ein schlechtes Gewissen weil die Arbeit nicht so läuft wie ich mir das vorstelle und der Berg mich zu erschlagen droht. Ein Abend mit Freunden bringt etwas Ablenkung und schenkt Freude, doch ich will recht früh nach Hause damit dieser Berg mich nicht doch noch platt drückt. Auf dem Nachhauseweg liegt diese Bar. Ehrlich. Durchs Fenster sehe ich, dass der Lieblingsbarkeeper da ist. Es ist immer nett, mit ihm zu plaudern. Wir kennen uns privat und sehen uns so selten. Komm, sagste kurz hallo. Ich stehe in der Tür und nehm´ die Brille ab weil sie sofort beschlägt und ich nichts sehen kann. Drinnen ist es heiss. Sehr heiss. Es sitzen nur zwei Gäste an der Theke die mich sofort aus der Ferne anlachen: haha, ya, foggy, eeh, hot in here, he!! Hahaaa?!!
Was sind das denn für Typen, denke ich. Der eine hübsch, Künstlertyp, kurze blonde Haare, dicke Werberbrille, der andere sympathisch, Hippietyp, lange Haare, Leinenklamotten, Dreitagebart. Wer seid ihr denn? Zwei Niederländer auf der Durchreise. Aha. Es wird ein sehr, sehr heiterer Abend mit den Beiden. Es ist ihr letzter Abend auf der Reise, zwei Wochen waren sie mit einem Bulli in Deutschland und Skandinavien unterwegs, auf dem Rückweg wollten sie wenigstens einmal kurz auf die Reeperbahn weil die ja weltberühmt ist. Irgendwie sind sie dann auf ihrem Spaziergang in den Nebenstrassen und in dieser Bar gelandet. Meine Güte sind die lustig. Wir lachen den ganzen Abend. Zum Beispiel über Recklinghausen. Warum genau weiß ich nicht mehr. Jetzt muss ich immer noch lachen. Reck-ling-hau-sen. Haha.
Irgendwann gehe ich mit einem vor die Tür um zu “frische Luft zu schnappen”, jahaah, genau, find ich super weil der ist echt hübsch, lustig und riecht gut. Wir “schnappen” also “frische Luft” und “reden”, es ist als hätten wir das ganze Leben nichts anderes gemacht. Wie kann das denn sein? Was für kleine Kreise die Welt doch ziehen kann. Irgendwann ist es wesentlich später, sein Kumpel ist längst weg und er muss in wenigen Stunden seine Heimreise beginnen. Ich bringe ihn zum Taxi. Wir umarmen uns und er fährt ins Hotel. Wir sehen uns nie wieder.
War ja klar, dass er aus den Niederlanden kommen musste. Toll, danke Karma, du olle Sau.
Wieder nicht gebumst.
Ich war im Urlaub, da wurde unter Umständen nichtgefickt, vielleicht auch doch, denkt euch selbst ne schöne Strandgeschichte aus wenn ihr wollt!
Aber die wahren Begebenheiten seit meiner Rückkehr will ich euch nicht vorenthalten, selbstredend ist wieder etwas nicht passiert, welcome back, bad luck!
Also.
Mit diesem Menschen gibt es mehrere Schnittstellen, eine davon mehrmals in letzter Zeit, also wurde ein synaptisch-logischer Weg gefunden, sich öfter zu treffen, ganz zufällig natürlich, auch mal online, hier und da, und so festigte sich das Gegenseitige Interesse weiter. Zu Beginn war dieses Wesen eher aggressiv und unfreundlich (ja, naja, hinterher wars auch nicht besser, aber zwischendrin hat er sich wenigstens ein paar Mal Mühe oder so etwas in der Art gegeben). Aber: im gemeinsamen Ausgang waren die lustigen Zeiten nicht zu leugnen. Es herrschte so etwas wie eine vom Gegenüber fasziniert abstossende Anziehung.
Der Abend.
Wir verabredeten uns nicht, aber er wusste das ich dort sein werde und kam alleine in die Bar. Total unauffällig. Gut. Mein Plan für den Abend war es, einen Knutschpartner zu finden. Der Plan ist dann mal ganz glatt aufgegangen, das war ja einfach.
Tanzen trinken quatschen, den üblichen Ausgehdreiklang absolvierten wir ganz gut, er verlor seine Geldkarte auf dem Weg zur Bank und ich durfte ihn daraufhin aushalten, och nee. Das ist der Preis fürs knutschen? Ist mir eigentlich zu teuer, echt mal, das gehört anders herum normalerweise!
Na gut, ist ja irgendwie auch ein Freund der Kerl, man läuft sich auch zukünftig über den Weg. Jaja, is ja gut, ich hol dir ja noch n Bier. Ja, auch n Schnaps für uns, Schöntrinken hilft bzw. war durchaus zweckmässig.
Ich machte keine Anstalten, ihn abzuschleppen. Keine Lust. Ja, auch das kommt vor. Auch wenn Frau Druck hat. Aber das wäre jetzt zu kompliziert, es zu erklären.

Später dann auf dem Weg nach Hause.
Er so:
Du bist zwar ne Brosche, aber ich komm aber nicht mit rein.
Ich so:
Neinnein, ist schon klar.
Etwas später in der Wohnung dann.
Er so:
Ich bleib aber nicht hier.
Ich so:
Neenee, alles gut, mach was de willst.
Irgendwann später dann.
Ich so:
Wo isn der Tüp hin??
Recherche ergibt:
Liegt im Bett und schnarcht.
Och nee, muss ich ja doch mein Bett teilen.
Mist.
Nächsten Tag ich dann so:
Warum bist n du eigentlich nicht nach Hause gegangen, wolltest du doch?
Er so:
Ich war viel zu fertig, ey!!!
Ok.
Männerlogik.
Nicht gebumst und trotzdem zufrieden weil is auch besser so gewesen.
Willkommen zurück in meinem sexlosen Leben!
Wir schrieben das Jahr 2000. Am damaligen Arbeitsplatz in Hangover ganztägig im Internet und bereits dauerhaft online gewesen, alles erdenkliche ergoogelt, bisschen gearbeitet, nebenbei indonesisch gelernt und bei einer Flirt-Börse angemeldet. Ja, echt. Das erste und einzige Mal in meinem Leben, also bis jetzt. Und jemanden kennen gelernt, aus meiner Stadt. Gemailt und gechattet. Dann in der Stadt getroffen. Sympathisch gefunden, auch ein Freak. Ganz besondere Erfahrungen gemacht, zu denen ich mich hier nicht weiter äußern möchte, Stichwort Bewusstseinserweiterung.
Dann in demselben Club an der Theke gearbeitet. Nie ist was sexuelles passiert zwischen uns, aber wir haben stets lustige Geschichten ausgetauscht und eine freundliche Zeit gehabt. Wir sehen uns regelmässig.
Knapp zwei Jahre später ziehe ich in die große Stadt. Er bleibt in der kleinen. Und auch in dem Club. Mittlerweile sehen wir uns nur etwa alle 2-3 Jahre einmal, der Kontakt ist dennoch konstant geblieben. Wir sehen uns regelmässig. Vorletztes Mal trafen wir uns auf der Reeperbahn nachts um halb eins. Die Nacht wurde sehr lang und die darauf folgende Frühschicht hat´s mir nicht verziehen.
Diesmal trafen wir uns nachmittags auf der großen Freiheit. Es gab Bier und Geschichten, er schreibt Bücher und ist derselbe liebenswerte Freak geblieben. Wir haben viel gelacht. Er sagt, Hamburg ist eine Stadt der Geschichten.
Danke, Dirk!
Nicht gefickt mit der allerersten Internetbekanntschaft.
In der eigenen Stadt auf dem Mallorcakiez selber mal Tourist spielen und auf dem Nachhauseweg mitten auf der Kreuzung knutschen. Das macht man dann einmal in der Dekade oder so weil es gerade so schön passt. Und dann kommen gleich die echten Touris auf einen zu, die gerade mal zwei Tage in der Stadt sind und denken sie kennen sich voll aus und haben hier was zu sagen weil sie gestern in einer Nebenstrasse nach einer halbprofessionell halbdurchzechten Nacht in nen Hauseingang gekotzt haben und sich aber nichts haben klauen lassen, ja, genau solche Gäste haben wir hier gerne. Schön herkommen, sich wie die Hottentotten benehmen, einen auf dicke Hose machen und dann noch die Einheimischen anpöbeln, die sich ein einziges Mal auf dem Touristrich amüsieren, sprich knutschen:
Ey, habt ihr kein zu Hause?
Och nee Leute, nicht euer Ernst, ne.
Stück zur Seite gehen, weiter machen
Und die Nächsten:
Ey, wollt ihr euch nicht mal n Zimmer nehmen? Is doch viel bequemer!
Boah man.
Scheiß Touris.
Nicht gefickt und gut geknutscht.
Neulich tagsüber mit vielen anderen Menschen draußen gewesen, schön Musik gehört und getanzt, zwischendrin verzweifelt Pinkelplätze gesucht und sich köstlich amüsiert in der Sommersonne des Frühlings. Viele Freunde getroffen, richtig viel Spaß gehabt, Prosecco auch und auch Wodka-Maracuja-Saft. Dann Dingens wieder getroffen. Nett geplaudert, bisschen geküsst, willste noch was trinken? Ja, musste aber ausgeben, hab mein Geld verloren oder ausgegeben, weiß ich nicht mehr so genau. (Anhand dieser Äußerung möchte ich auf meinen zu diesem Zeitpunkt herrschenden Intoxikationszustand hinweisen).
Weiter schnacken, dancen, knutschen, alles ist toll und betrunken. Irgendwann springt dann ganz plötzlich (aus Gründen) mein über die Jahre zuverlässig antrainiertes internes Notfallprogramm an: Ich muss los, und zwar jetzt. Ich geh mal zum Fahrrad, wenn du willst, kannst du mich da noch hinbringen.
Öh, ja, ok, mache ich. Beim Fahrrad dann: Lass mal Nummern tauschen. Ok, Typ ruft mich an. Es klingelt.
Jo, dann ham wir´s ja jetzt.
Jo.
Tschüss!
Tschühüss!
Zwei Minuten später auf dem Heimweg: Fahrrad wird geschoben, fahren ist zu gefährlich bzw. geht einfach nicht mehr. Nebenbei ein bißchen mit dem Handy spielen. Oh, was ist das denn für eine Nummer und ein verpasster Anruf? Ich ruf´ zurück. Hallo? Du hast mich grad angerufen, wer bist du denn?
Na Dingens, wir haben doch eben gerade Nummern getauscht, ich bin das!
Oh, äh, ja sicher, sorry!
Haha!
Herzlich gelacht und nicht gefickt!
(Nachtrag: Typ fand´s auch lustig und hat sich am nächsten Tag noch mal gemeldet)
Es tut sich was.
Pünktlich zum Frühlingsanfang habe ich nicht nur einen Flirt, nein, aktuell knutsche ich mit zwei Männern gleichzeitig. Also, jetzt nicht wirklich gleichzeitig, schon zeitversetzt (obwohl ich das ja ruhig auch mal ausprobieren könnte), und ortsversetzt (auch daran könnte man mal arbeiten bzw. etwas ändern), und es ist toll. Die Beiden sind sehr unterschiedliche Typen, die diverse Vorstellungen wecken.
Außerdem musste ich feststellen das es kein positiv konnotiertes Wort für einen weiblichen Casanova gibt.
Doch keine Sorge, fest ist hier schon mal gar nix und gevögelt wird absolut und immer noch nicht!
Bisschen stolz bin ich ja.
Da geht man dann allein nach Haus weil man einfach mal müde ist, einen guten Abend hatte mit schöner Musik und einigen angenehm überraschenden Begegnungen mit lange nicht gesehenen und gesprochenen Menschen.
Da läuft mir doch einer hinterher? Ey, läufst du mir hinterher?
Nee (alles lallend), ich will nur inni XY Bar weil ich da meine Jacke vergessen hap.
Du hast doch eine an?
Is auch nur irgendeine und nich meine.
Typ wirkt ungefährlich allerdings ziemlich besoffen, ich denk dem zeig ich ein Stück den Weg weil es sowieso in die Richtung geht. Gute Tat und so. Er versucht mich mit irgendwas voll zu labern, ich labere ihn mit Sinnhaftem zurück zu weil mir danach ist. Ich weiß, es ist nicht die günstigste Konstellation von Ort, Uhrzeit und Intoxikationszustand um Menschen zum Nachdenken zu bewegen. Doch welche ist?
Der Typ versteht sogar und fängt an nachzudenken, verstummt, sagt wahre Worte. Zart entspannt sich fast ein Dialog.
Irgendwann an der Kreuzung ich dann so:
Du musst jetzt da lang und nächste Links da ist der Laden.
Er so: kannich nich dochnoch mitsu dir kommn bidde?
Boah, doch nix gerafft.
Bloß nicht, hau ab!
NichtGefickt, yeaahh!
ist nichts Bedeutsames passiert. Gar nichts.
Es wurde also zur Zufriedenheit aller auch nicht gevögelt!
Schön für diesen tumblr, oder?